Autonome Frauenhäuser

Autonome Frauenhäuser sind Projekte von Frauen für Frauen und Kinder, die von Gewalt  betroffen/bedroht sind.

Autonome Frauenhäuser sind männerfreie Räume.

Die Adresse des Frauenhauses ist zum Schutz der Bewohnerinnen und ihrer Kinder anonym.

Die Arbeit erfolgt nach dem Prinzip der Parteilichkeit für die betroffenen Frauen, Mädchen und Jungen.

Die im Frauenhaus Zuflucht suchenden Frauen führen dort ein eigenständiges Leben und entscheiden selbst, welche Anregungen/Unterstützung sie in Anspruch nehmen wollen

Autonome Frauenhäuser sehen die patriarchalen Gesellschaftsstrukturen und Hierarchien als Ursache der Situation von Frauen in Vergangenheit und heute.

Die Arbeit basiert auf den politischen Grundsätzen von feministischem und antirassistischem Denken und Handeln ohne konfessionelle oder parteipolitische Bindung. Die Vereine arbeiten in Selbstverwaltung, ohne Festlegung hierarchischer Strukturen.


Gestern und heute
Die Frauenhausbewegung in Deutschland fand ihren Anfang in den 70-er Jahren, als Frauen erstmals Männergewalt gegen Frauen in der Öffentlichkeit skandalisierten, sie als gesellschaftliches Herrschaftsmuster benannten und nach politischen Konsequenzen und praktischen Lösungen suchten.
Die ersten Autonomen Frauenhäuser konnten trotz vielfältiger politischer und gesellschaftlicher Widerstände und Anfeindungen von unabhängigen Fraueninitiativen 1976 in Berlin und Köln eröffnet werden.
Bis heute haben Autonome Frauenhäuser u.a. zum Ziel, die geschlechtshierarchische Struktur unserer Gesellschaft mit ihrer z.T. offen frauenfeindlichen Gesetzen und ökonomischen Diskriminierung zu kritisieren und zu verändern.

2012 existieren ca. 360 Frauenhäuser in Deutschland. Hiervon sind ca. 1/3 autonom, während die anderen sich in der Trägerschaft von Kirche, Kommunen und Wohlfahrtsverbänden befinden.